Warum Bambus

Warum ist Bambus als alternativer Rohstoff sinnvoll und nachhaltig?

Bambus ist zurzeit als alternativer, ökofreundlicher Rohstoff in vieler Munde. Trotzdem ist er vielen immer noch nur als Leibspeise der Pandas oder Bestandteil des Wok bekannt. Dabei setzt Bambus inzwischen neue ökologische Trends und wird als Material der Zukunft angesehen. Doch warum ist gerade Bambus ein zunehmend beliebter Rohstoff? In diesen Artikel wollen wir mit Dir der Frage „Warum Bambus“ auf den Grund gehen und Dir somit erläutern, warum auch wir in unseren Shop ganz und gar auf diese Wunderpflanze setzen. Hierzu stellen wir Dir die Bambuspflanze erst einmal vor und besprechen ihre materiellen Eigenschaften sowie ihre ökologischen Vorteile gegenüber anderen klassischen Rohstoffen. Zuletzt geben wir Dir ein kleines Fazit zum Thema „Warum Bambus“ bzw. erklären Dir, warum wir echte Bambus-Liebhaber geworden sind. Vielleicht wirst ja auch Du so in Zukunft zu einem kleinen Bambus-Fan werden!

Bambus – Infos zur Pflanze

Das Erstaunlichste gleich vorab: Bei Bambus handelt es sich um keinen Baum, sondern um ein Süßgras. Genauer gesagt gehört der Bambus zu den verholzenden Gräsern. Diese Eigenschaft ist es auch, die Bambus zu einem ideal zu verarbeitenden Rohstoff macht, gibt sie dem Rohstoff doch Stabilität und Formbarkeit. Je nach Art weißt Bambus zudem eine Wuchshöhe bis zu 30-40m auf. Diese Höhe erreicht der Bambus dabei innerhalb von wenigen Jahren, denn bei guten Bedingungen können einige Bambusarten innerhalb kurzer Zeit ein enormes Höhenwachstum vollziehen (>1m pro Tag). Die Ernte des Bambus kann wegen dieser beeindruckenden Wachstumseigenschaften bereits je nach Verwendungszweck nach 3-5 Jahren erfolgen, was für einen natürlich wachsenden Rohstoff eine kurze Periode ist.

Das Verbreitungsgebiet von Bambus erstreckt sich übrigens weltweit. Ausnahmen sind Europa und die Antarktis – was erklärt, warum Bambus bei uns noch immer als Exot angesehen wird.  Insgesamt gibt es an die 1000-1500 Arten, die von Meereshöhe bis in ca. 4000m Höhe wachsen. Dementsprechend groß ist auch das natürliche Anbaugebiet der Pflanze. Bambus bildet ein verzweigtes Wurzelmeristem in der Erde aus, aus dem einzelne Triebe herauswachsen. Diese bilden hohle oder vollmarkige Halme aus, die sich oftmals verzweigen und mit der Zeit verholzen. Geerntet werden ausschließlich einzelne Halme. Der Bambus stirbt bei der Ernte folglich nicht ab, sondern kann stets neue Triebe ausbilden.

Gründe für die Benutzung und den Kauf von Bambusprodukten

Warum Bambus – der Anbau

Vielleicht fragst auch Du dich als nächstes, wie und wo Bambus überhaupt hergestellt wird. Alle Fakten rund um den Anbau wollen wir darum in diesem Textabschnitt auf den Grund gehen. Der Hauptproduzent von Bambus ist zurzeit China. Natürlich wissen auch wir, dass China oft für seine geringen Umwelt- und Sozialstandards kritisiert wird. Der Anbau von Bambus erfolgt hier aber größtenteils kleinbäuerlich. Industrialisiert ist dieser Prozess zumeist noch nicht. Damit bietet Bambus gerade den vielen Bauern eine gute, alternative Einnahmequelle. Neben dem Anbau des Rohstoffs verarbeiten zudem oftmals viele kleinere und größere Unternehmen in China den Bambus zu den diversen Bambusendprodukten. Innerhalb dieser Unternehmen wird dabei zunehmend auf höhere Umwelt- und Sozialstandards Wert gelegt, wenn auch natürlich weitere Verbesserungen wünschenswert sind.

 

Ein kleines Gimmick für Interessierte: Äthiopien steigert sich zurzeit neben China zu einem namhaften Anbauer von Bambus. Dort werden mit den Anbau von Bambus nicht nur neue Jobs geschaffen, sondern vor allem auch die Wüste zurückgedrängt. Der schnell wachsende, anspruchslose Bambus hat sich hier nämlich als idealer Partner gegen die Versandung entpuppt. Er beugt so der Bodenerosion vor und macht diesen wieder fruchtbar. Wir sagen: Weiter so!

 

Warum Bambus – alle Vorteile des Materials auf einen Blick

Ein Grund, warum wir uns für Bambus entschieden haben, ist, dass Bambus ganz hervorragende Materialeigenschaften besitzt. Diese Eigenschaften machen Bambus zu einem idealen Rohstoff für die Produktion von Schneidebrettchen, Zahnbürsten oder auch Salatbesteck. Bambus ist nämlich sehr hart und dicht und damit ideal für die Produktion von robusten, langlebigen Gegenständen geeignet. Zugleich ist es so formbar und leicht, dass die Verarbeitung verhältnismäßig einfach erfolgen kann und zugleich die Produktpalette enorm groß ausfällt. Gerade in der Küche ist Bambus ein echter Alleskönner: Er ist wiederverwendbar, spülmaschinenfest und antibakteriell. Außerdem nimmt er über die Außenseite im Vergleich zu anderen Hölzern nur wenig Wasser auf. In der Regel werden die Halme während der Verarbeitung erst geerntet, dann getrocknet, zusammen gepresst, zurecht geschnitten und im Anschluss noch geschliffen. Erst dann ist der Bambus zur Weiterverarbeitung in unzählige Produkte bereit.

 

Warum Bambus – das klare Plus für deine Umwelt und Dich!

Es gibt viele Gründe, warum wir uns für Bambus entschieden haben. Ein Grund für Bambus ist natürlich die gute Umweltbilanz des Rohstoffs. Bei Bambus handelt es sich nämlich um einen extrem schnell nachwachsenden Rohstoff. Und mit extrem schnell meinen wir bis zu unglaublichen mehr als 1m pro Tag! Natürlich tritt dieses extreme Höhenwachstum nur bei idealen Bedingungen auf, aber da Bambus verhältnismäßig anspruchslos ist, ist ein gutes Wachstum eigentlich jederzeit garantiert. Dieses rasche Wachstum führt auch dazu, dass Bambus je nach späterem Verwendungszweck bereits nach 3-6 Jahren geerntet werden kann. Wer sich jetzt übrigens wundert, warum das ganze doch noch 3-6 Jahre dauert: Das ist der Tatsache geschuldet, dass der Bambus für die meisten Produkte erst verholzen muss.

Ein weiterer Vorteil von Bambus: Im Gegensatz zum Baum tötet man beim Ernten nicht die gesamte Pflanze ab, sondern erntet nur einzelne Halme. Der Bambus erholt sich hiervon recht schnell wieder, bildet er doch aus dem großflächigen Wurzelmeristeme rasch neue Halmtriebe aus. Folglich bleibt bei der verantwortungsvollen Ernte von Bambus das Ökosystem Bambuswald intakt. Erosionen wie beim Kahlschlag im Tropenwald treten nicht auf. Übrigens: Bambus besitzt noch einen klaren Vorteil gegenüber Tropenholz. Tropenholz braucht nämlich 70-80 Jahre bis zur Ernte. Der Anbau von Bambus ist also nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch sinnvoll.

Während des Wachstums benötigt der Bambus zudem kaum Dünger, wenig Wasser und keine Pestizide. Es handelt sich nämlich bei ihm um eine sehr widerstandsfähige Pflanze. Die Auswirkungen auf die Umwelt beim Anbau sind folglich als vergleichsweise gering anzusehen. Während des schnellen Wachstums, speichert Bambus im zudem besonders viel CO2ein und ist somit insgesamt CO2 neutral in der Produktion.

Warum Bambus – Sag  áde zu Plastik!

Dass Plastik schlecht für die Umwelt ist, ist wohl inzwischen jedem bekannt. Trotzdem schocken Fakten wie diejenige, dass eine handelsübliche Plastikflasche mindestens 450 Jahre braucht bis sie vollständig verrottet ist. Ebenso schockierend: 70% des Plastikmülls in Europa wird nicht recycelt, sondern landet auf Müllkippen, wird verbrannt oder gelangt schlimmstenfalls gar in die Umwelt. In der Umwelt wirkt sich dieses Plastik dann ganz besonders verheerend aus. So bestehen 80-85% des Mülls an europäischen Stränden aus Plastik. Noch schlimmer daran ist nur, dass 50% dieses Plastikmülls wiederum auf Einwegprodukte zurückzuführen ist.

Unlängst hat die EU aus diesen Gründen erkannt, dass hier dringender Handlungsbedarf besteht. Verbote für Einweggeschirr, Wattestäbchen etc. wurden unlängst ausgesprochen. Auch wird eine Plastikmüllsteuer erwägt und soll es ab 2030 nur noch Kunststoffverpackungen geben, die recycelt werden können. Gegen Plastik spricht natürlich auch die Tatsache, dass Erdöl keine nachwachsende Ressource ist. Die Gewinnung gilt zudem als riskant. Unglücke mit Tanker sind uns wohl allen nur zu gut bekannt. 

Eine zurzeit beliebte, wenn auch noch wenig verbreitete Alternative zu Plastik ist das sogenannte Bioplastik. Es wird auf Basis von Pflanzen hergestellt (z.B. Milchsäure oder Maisstärke). Grundsätzlich ist dieser Grundgedanken auch nicht schlecht, allerdings wird Bioplastik zurzeit häufig aus essbaren Pflanzen wie Mais oder Zuckerrohr gewonnen. Die Produktion des Bioplastiks steht also in direkter Konkurrenz zur Produktion von Lebensmitteln. Ebenso müssen viele dieser Pflanzen gedüngt oder durch Einsatz von Pestiziden vor Krankheiten geschützt werden. Besser wäre hier wenn Bioplastik ausschließlich aus Abfällen der Lebensmittelproduktion hergestellt würde. Ergänzend zu reinem Bioplastik werden zudem oftmals Mischungen mit konservativem Plastik angeboten. Viele Kunden sind sich dieses Problems leider nicht bewusst und entsorgen das Bioplastik einfach in die Umwelt. Aber selbst reine Bioplastik Produkte sind leider nicht so einfach abbaubar, wie lange Zeit gedacht. Im hauseigenen Garten zersetzen sich die Produkte leider nicht, sondern müssen gezielt entsorgt werden.

Warum Bambus – ist Bambus besser als einheimische Hölzer?

Dass Bambus besser als klassische Tropenhölzer ist, liegt auf der Hand. Bambus wächst schlichtweg schneller, benötigt wenig Wasser, keine Pestizide und verhindert die Bodenerosion. Aber ist Bambus auch besser als einheimische Hölzer? Sprich warum Bambus und nicht heimisches Holz? Tatsächlich ist die Antwort auf diese Frage nicht eindeutig zu treffen. Generell sind die Wachstumseigenschaften von Bambus zwar sehr positiv, aber da der Anbau im fernen China erfolgt, schlägt der Transport leider stark auf die eigentlich sehr positive Umweltbilanz auf.  Auch Fragen zum Anbau sehen viele Experten zunehmend kritisch. Gerade bei steigender Nachfrage droht die Kommerzialisierung des Anbaus in großen Farmen. Deutsche Wälder werden hingegen seit Jahrzehnten nachhaltig bewirtschaftet. Die Wahrheit bleibt aber auch: Deutsche Wälder können den Bedarf an Holz nicht decken. Letztendlich bleibt uns kein anderer Ausweg, als eine möglichst umweltfreundliche Alternative zu den heimischen Hölzern zu finden.

 

Worauf Du bei Kauf von Bambus achten solltest

Bambus ist gut für deine Umwelt und damit auch dich. Keine Frage. Allerdings solltest Du einige Dinge bei Kauf beachten. Wir empfehlen zum Beispiel darauf zu achten, welches Verpackungsmaterial dein neues Bambusutensil besitzt. Denn was ist schon der Sinn dahinter, zwar ein plastikfreies Bambusbesteck zu kaufen, wenn dieses dann aber doch in Plastik verpackt ist? Ebenso wichtig natürlich bei Versand des Artikels: Ist die Versandverpackung der Größe des Produkts angepasst? Wird hier auf plastikfreie Verpackungen zurückgegriffen? Ebenso sollte ein verantwortungsvoller Verkäufer Dir stets Hinweise zur Entsorgung seiner Produkte geben. Bei Zahnbürsten muss beispielsweise der Kopf separat entsorgt werden. Nur wer sein Bambusprodukt auch korrekt entsorgt, tut letztendlich der Umwelt was Gutes!

Warum Bambus unser Fazit

Du fragst dich also warum Bambus? Ganz klar: Weil es einfach besser als Plastik und vergleichbare andere Rohstoffe ist und Umweltschutz einfach jeden angeht!

Bambus ist natürlich nicht per se ein Wundermittel, das die Umwelt im Alleingang retten wird. Aber Bambus kann einen kleinen Anteil daran haben, die Welt ein bisschen müllfreier zu machen und Ressourcen zu schonen. Wir hoffen, dass auch Du nun nachvollziehen kannst, warum wir uns für Bambus als Rohstoff unserer Wahl für unsere Produkte entschieden haben. In diesem Sinne wünschen wir Dir viel Spaß mit unseren Produkten!